Der Abriss von Gebäuden verursacht jedes Jahr Millionen Tonnen Bauschutt. In Deutschland wird dieser überwiegend als Abfall behandelt, über weite Strecken transportiert und deponiert. Das ist teuer, CO₂-intensiv und steht im Widerspruch zu den Zielen der Kreislaufwirtschaft im Bauwesen.
Urban Mining mit Optocycle zeigt, dass Abriss wirtschaftlicher und nachhaltiger geht. Anhand realer Projektkalkulationen wird deutlich: Bereits heute lassen sich Entsorgungskosten um über 50 % senken – bei gleichzeitiger massiver CO₂-Reduktion.
Das Problem beim konventionellen Abriss: Hohe Kosten, hohe Emissionen
Beim klassischen Gebäudeabriss entstehen Kosten vor allem durch zwei Faktoren:
- Lange Transportwege zur Deponie (in Deutschland durchschnittlich rund 90 km¹)
- Hohe Deponiekosten für gemischten Bauschutt (ca. 100 €/t²)
Ein voll beladener 40-t-LKW verursacht dabei etwa 0,85 kg CO₂ pro Kilometer³. Zusätzlich fallen Maut, Diesel-, Personal- und Fahrzeugkosten an. Mit dem gesetzlichen CO₂-Preis von 55 €/t ab 2025⁴ steigen die Gesamtkosten weiter.
Das Ergebnis: Abrissprojekte werden unnötig teuer – und unnötig klimaschädlich.
Die Lösung: Urban Mining statt Deponierung
Optocycle verfolgt einen anderen Ansatz. Mineralischer Bauschutt wird nicht als Abfall, sondern als Wertstoff behandelt und regional aufbereitet.
Das verändert das gesamte System:
- Transport zur nahen Aufbereitung (~30 km) statt zur fernen Deponie¹
- deutlich weniger LKW-Kilometer
- geringere Deponiemengen
- CO₂-Einsparung durch vermiedenen Transport
- perspektivisch: Ersatz von Primärbaustoffen wie Zement
Urban Mining wirkt damit direkt auf Kosten, Emissionen und Ressourcenschonung.
Einfamilienhaus-Abriss: Kosten und CO₂ deutlich senken
Schon bei kleinen Projekten ist der Effekt messbar.
Abriss eines Einfamilienhauses (200 t Bauschutt)
Konventioneller Abriss
- Entsorgungskosten: 5.947 €
- CO₂-Emissionen (Transport): 1,22 t
- Transportdistanz: 1.440 km
Abriss mit Optocycle
- Entsorgungskosten: 2.583 €
- CO₂-Emissionen (Transport): 0,41 t
- Transportdistanz: 480 km
Ergebnis
- 3.365 € Kosteneinsparung pro Projekt (-57 %)
- 67 % weniger CO₂-Emissionen im Transport
- 960 vermiedene LKW-Kilometer
- 14 t weniger Deponieabfall (durch Reduktion der Deponiequote von 15 % auf 8 % der Gesamtmasse)⁵
Die Entsorgungskosten sinken von 29,70 €/t auf 12,90 €/t – ohne Fördermittel oder Kompensationsmodelle.
Industrieabriss: Urban Mining mit maximalem Hebel
Bei großen Abrissprojekten entfaltet Urban Mining sein volles Potenzial.
Abriss eines Industriegebäudes (3.000 t Bauschutt)
Konventioneller Abriss
- Gesamtkosten: 89.210 €
- CO₂-Emissionen Transport: 18,36 t
- Transportdistanz: 21.600 km
Abriss mit Optocycle
- Gesamtkosten: 38.737 €
- CO₂-Emissionen Transport: 6,12 t
- Transportdistanz: 7.200 km
Ergebnis
- 50.473 € Kosteneinsparung pro Projekt (-56 %)
- 12,24 t weniger CO₂ allein durch Transport
- 14.400 vermiedene LKW-Kilometer
- 210 t weniger Deponiematerial⁵
CO₂-Einsparung über den Transport hinaus
Der größte Hebel entsteht zusätzlich durch den Ersatz von Primärbaustoffen. Die Herstellung von Zement verursacht rund 665 kg CO₂ pro Tonne Zement⁶.
Durch die Aufbereitung von Bauschutt zu zertifizierbaren Sekundärrohstoffen kann Optocycle bei einem typischen Industrieabriss ein CO₂-Gesamteinsparpotenzial von nahezu 250 t pro Projekt ermöglichen.
Zum Vergleich:
- Das entspricht der jährlichen CO₂-Bindung von fast 20.000 Buchen.
- Gleichzeitig werden tausende LKW-Kilometer aus dem Straßennetz genommen.
Fazit: Urban Mining rechnet sich – heute
Optocycle schafft die technische Grundlage für echte Kreislaufwirtschaft im Bauwesen. Der Nutzen ist klar messbar:
- über 50 % geringere Entsorgungskosten
- massive CO₂-Reduktion
- weniger LKW-Verkehr
- weniger Deponiebedarf
- zukunftsfähige Rohstoffversorgung
Die Einsparung bei Transport und Deponie ist sofort garantiert. Alles, was zusätzlich durch den Verkauf von Sekundärrohstoffen erlöst wird, ist ein Bonus.
Urban Mining ist kein Zukunftsversprechen – sondern ein wirtschaftlicher Standard für den Abriss von morgen.
Quellen & Annahmen
- „Baustoffe bewegen“, Durchschnittliche Transportdistanz für mineralische Abfälle (Ø 89,4 km), Tabelle 2-1, S. 17
- Zweckverband Abfallverwertung Reutlingen/Tübingen: Deponiepreise DK I (Abfallschlüssel 17 09 04)
https://www.zav-rt-tue.de/?page_id=45 - Eigene Berechnung auf Basis von Realverbrauch (≈ 32–33 l/100 km) und Emissionsfaktor Diesel (2,65 kg CO₂/l), Umweltbundesamt
- Bundesregierung: Nationaler CO₂-Preis ab 2025 (55 €/t CO₂)
https://www.bundesregierung.de/breg-en/issues/climate-action/effectively-reducing-co2-1795850 - Kreislaufwirtschaft Bau – Bericht 13, Verluste bei mineralischem Bauschutt, S. 8–10
https://kreislaufwirtschaft-bau.de/Download/Bericht-13.pdf - ÖKOBAU.DAT: CO₂-Faktor Zement CEM I (665 kg CO₂(eq)/t)
https://oekobaudat.de/OEKOBAU.DAT/datasetdetail/process.xhtml?uuid=87371640-546c-4d9c-84cc-c13b6be94146