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Wie Feeß mit Optocycle 80 % weniger Fehlklassifizierungen erzielt

...und die Branche verändert

Manche Partnerschaften beginnen mit einem Handschlag und enden mit einem Auftrag. Und manche verändern eine ganze Branche. Die Zusammenarbeit zwischen Optocycle und der Heinrich Feeß GmbH & Co. KG aus Kirchheim unter Teck gehört zur zweiten Kategorie. Feeß war Optocycles erster Kunde – und gleichzeitig der Sparringspartner, der mitgeholfen hat, aus einer Idee ein marktreifes Produkt zu machen. Heute schätzt Eberhard Fritz, Stoffstrommanager bei Feeß, 80 % weniger Fehlklassifizierungen durch die Lösung von Optocycle. Keine Diskussionen mehr mit Lieferanten. Belastbare Daten statt Bauchgefühl.


Der Kunde: Heinrich Feeß GmbH & Co. KG – Pionier der Kreislaufwirtschaft


Heinrich Feeß GmbH & Co. KG ist kein gewöhnlicher Recyclingbetrieb. Das Familienunternehmen aus Kirchheim unter Teck, zwischen Stuttgart und der Schwäbischen Alb gelegen, gilt seit Jahrzehnten als einer der innovativsten Akteure im mineralischen Baustoffrecycling Deutschlands. Mit sechs Wertstoffhöfen und Lagerplätzen in der Region Stuttgart, über 200 Mitarbeitenden und einer Recyclingquote von bis zu 80 % am Ausgangsmaterial setzt Feeß konsequent um, was in vielen anderen Betrieben noch Anspruch ist: echte Kreislaufwirtschaft.

Geschäftsführer und Namensgeber Walter Feeß wurde 2016 von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) mit dem Deutschen Umweltpreis ausgezeichnet – für seine konsequente Strategie, Bauschutt zu Rezyklat aufzubereiten, das direkt dem Beton beigemischt werden kann. Bis heute gilt er als Pionier der Branche.

Und es ist genau dieser Innovationsgeist, der Feeß dazu gebracht hat, von Anfang an dabei zu sein – als Optocycle noch ein Tübinger Startup mit einer Idee und einer Kamera war.


Der Beginn: Als Feeß Optocycle den Weg zeigte


Die Geschichte dieser Partnerschaft beginnt 2022 – und sie beginnt mit einem Geologen, der einen Gründer in die Realität der Branche einführt.

Als Max-Frederick Gerken durch einen Kontakt aus der Recyclingbranche den Weg zu Feeß fand, war es Eberhard Fritz, Stoffstrommanager und Geologe bei Feeß, der ihn empfing. Was folgte, war mehr als ein erstes Kundengespräch: Fritz wurde zum kongenialen Sparringspartner. Er führte den Gründer in die Details einer Branche ein, die nach außen schlicht wirkt, es aber nicht ist – und er lieferte das Rohmaterial, das jeder Algorithmus zum Lernen braucht: Daten.

Fritz fotografierte gemeinsam mit dem Optocycle-Team unzählige Materialien aus allen Richtungen, bei verschiedenen Lichtverhältnissen, nass und trocken, im Schatten und in der Sonne. Körnung, Kantenlänge, Beschaffenheit, Verschmutzungsgrad – alles, was ein menschliches Auge auf einer Lkw-Ladung erkennen kann, musste das Machine Learning Modell erst lernen. Fritz hat diese Lernkurve entscheidend mitgestaltet.

Eberhard Fritz

Leiter Stoffstrom, Heinrich Feeß GmbH & Co. KG

„Wir nutzen Optocycle, weil es uns die Diskussionen mit den Lieferanten erspart. Eine solide Datenbasis ist immer besser, als verschiedene Meinungen gegeneinander abwägen zu müssen."

Dieses Zitat bringt auf den Punkt, was Optocycle leistet: Objektivität. Nicht mehr zwei Menschen mit unterschiedlichen Einschätzungen, nicht mehr subjektive Sichtkontrolle, nicht mehr Unsicherheit in der Abrechnung. Sondern reproduzierbare, bildbasierte Fakten – im Moment der Anlieferung.


Max-Frederick Gerken

Co-Founder & CEO, Optocycle GmbH

„Die Firma Feeß war unser erster Kunde – aber vor allem unser erster echter Partner. Eberhard Fritz hat mir gezeigt, wie die Branche wirklich funktioniert, welche Materialien in welchen Variationen auftauchen und was ein Machine Learning Algorithmus wirklich können muss, um im Alltag zu bestehen. Ohne diese enge Zusammenarbeit von Anfang an wären wir nicht da, wo wir jetzt sind."


Die Technologie im Einsatz: Truck Imager direkt an der LKW-Waage


Bald nach dem ersten Kontakt wurde die erste Kamera über der LKW-Waage am Eingang zum Wertstoffhof in Kirchheim unter Teck installiert. Seither passiert jeder einfahrende LKW das System – und wird automatisch erfasst.



Der Optocycle Truck Imager übernimmt dabei mehrere Aufgaben gleichzeitig:

  • Automatisierte Anlieferungserfassung: Jede Ladung wird bildbasiert dokumentiert, ohne dass der Wiegemeister eingreifen muss.
  • AVV-Klassifizierung: Das System schafft eine belastbare Datengrundlage für die Klassifizierung nach dem Abfallverzeichnis – ein entscheidender Vorteil im Hinblick auf regulatorische Anforderungen und die Ersatzbaustoffverordnung.
  • Erkennt Matrialattribute in Echtzeit: Der Algorithmus bestimmt die Zusammensetzung des angelieferten Materials und erkennt auch sehr kleine Körnungen.
  • Detektion übergroßer Kantenlängen: Lieferungen mit Materialien, die die zulässigen Maße überschreiten, werden automatisch erkannt.
  • Rechtssichere Dokumentation: Bild- und Materialdaten stehen jederzeit nachvollziehbar zur Verfügung – als Grundlage für die Abrechnung und für etwaige Reklamationen.


Das Ergebnis: 80 % weniger Fehlklassifizierungen


Seit der Einführung des Optocycle-Systems schätzt Eberhard Fritz ca. 80 % weniger Fehlklassifizierungen beim Materialeingang. Was vorher passierte: Erfahrene Prüfer lagen in ihrer Einschätzung um bis zu 20 % auseinander. Unerfahrene oder konfliktscheue Mitarbeitende zögerten, Ladungen zurückzuweisen oder korrekt zu klassifizieren. Das Ergebnis: falsch bewertete Materialien in der Aufbereitung, Abstriche bei der Sortenreinheit, unnötige Diskussionen mit Lieferanten.

Was heute passiert: Das System liefert eine objektive, bildbasierte Einschätzung – unabhängig von Tageszeit, Erfahrungsstand des Prüfers oder dem Verhandlungsgeschick des Lkw-Fahrers. Fehlklassifizierungen werden drastisch reduziert. Diskussionen mit Lieferanten entfallen nahezu vollständig. Und da Feeß sechs Standorte betreibt, eröffnet die Technologie perspektivisch noch einen weiteren Vorteil: standardisierte Qualitätssicherung über alle Höfe hinweg – mit identischen Maßstäben überall.


Mehr als Praxis: Zwei DBU-Forschungsprojekte mit Feeß als Kooperationspartner


Die Zusammenarbeit mit Feeß ging weit über den operativen Einsatz hinaus. In zwei von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) geförderten Forschungsprojekten war Heinrich Feeß GmbH der zentrale Praxispartner – und damit mitverantwortlich dafür, dass aus einem Piloten eine industriereife Technologie wurde.


DBU-Projekt 1: Automatische Klassifizierung von Bauabfällen 

Im ersten DBU-Projekt entwickelte Optocycle ein KI-basiertes System zur automatischen, reproduzierbaren Klassifizierung von Bauabfällen. Die Pilotanlage lief direkt im Betrieb von Feeß in Kirchheim unter Teck – dem Betrieb des damaligen Umweltpreisträgers Walter Feeß. Die Einfahrtswaage war der erste reale Testpunkt: Hier wurde das System unter echten Bedingungen erprobt, verbessert und validiert.

Eberhard Fritz lieferte in dieser Phase die Branchenexpertise, die das Machine Learning Model erst zu dem machte, was sie heute ist: ein Erkennungssystem, das die Vielfalt und Varianz echter Bauschutt-Anlieferungen kennt – nicht nur idealisierte Laborbedingungen.


DBU-Projekt 2: Echtzeit-Monitoring von RC-Körnungen 

Das Folgeprojekt ging einen entscheidenden Schritt weiter: Optocycle entwickelte in Zusammenarbeit mit Feeß einen vollständig validierten Prototyp für das Echtzeit-Monitoring von RC-Körnungen – also recycelten Gesteinskörnungen direkt im Aufbereitungsprozess. Ziel ist es, die Qualität der erzeugten Sekundärrohstoffe kontinuierlich und automatisch zu überwachen – nicht mehr stichprobenartig im Labor, sondern lückenlos in der laufenden Produktion.

Das bedeutet: Optocycle begleitet den Materialfluss nicht nur beim Eingang, sondern bis in die Aufbereitung hinein. Für Feeß, das bis zu 40 verschiedene Qualitäts-RC-Baustoffe produziert, ist das ein entscheidender Schritt in Richtung konsistenter, zertifizierbarer Produktqualität.

Kooperationspartner in beiden Projekten ist die Heinrich Feeß GmbH – das Unternehmen des Umweltpreisträgers 2016, Walter Feeß.


Warum das für die gesamte Branche wichtig ist



Deutschland erzeugt jährlich rund 220 Millionen Tonnen mineralische Bauabfälle. Ein Großteil davon landet auf Deponien oder wird in minderwertiger Qualität recycelt – weil Sortenreinheit schwer zu garantieren und Qualitätsschwankungen schwer zu kontrollieren sind.


Genau hier setzt Optocycle an. Und Feeß ist der Beweis, dass es funktioniert:

  • Höhere Sortenreinheit durch objektive, automatisierte Eingangskontrolle
  • Bessere Ressourcennutzung durch zielgenaue Zuweisung von Materialien zu den richtigen Aufbereitungslinien
  • Rechtssicherheit durch lückenlose, bildbasierte Dokumentation nach AVV und Ersatzbaustoffverordnung
  • Standardisierung über mehrere Standorte hinweg – mit identischer Qualitätssicherung überall
  • Weniger Deponierung durch höherwertige Aufbereitung von mehr Material
„Durch das gewonnene Wissen darüber, was sich auf den LKW-Ladungen befindet, können die Recyclingunternehmen zielgenau und effizient mit der Aufbereitung beginnen und die erhaltenen Materialien besser kategorisieren und abrechnen."

Max-Frederick Gerken, Co-Founder & CEO, Optocycle GmbH


Fazit: Manche Partnerschaften sind mehr als ein Geschäft


Feeß war Optocycles erster Kunde. Eberhard Fritz war der erste Branchenexperte, der wirklich mitgemacht hat – der seine Daten, sein Wissen und seine kritischen Fragen eingebracht hat, damit aus einer guten Idee ein funktionierendes Produkt wurde. Und Walter Feeß' Betrieb war der erste reale Beweis, dass KI-gestützte Materialerkennung im Baustoffrecycling nicht Zukunftsmusik ist, sondern hier und heute Wirkung zeigt.

Heute profitiert Feeß von einer Technologie, die sie mitentwickelt haben. Und Optocycle hat durch diese Partnerschaft einen Standard gesetzt, der weit über einen einzelnen Betrieb hinausweist: Transparenz im Stoffstrom ist kein Luxus – sie ist die Voraussetzung für hochwertiges Recycling.

Daran arbeiten Feeß und Optocycle gemeinsam weiter.


Eberhard Fritz führt Max-Frederick Gerken und neue Mitarbeitende der 
Optocycle GmbH über den Hof als Teil deren Onboardings.

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